Wenn YouTube zur Realität wird – Tanz-Event mit TakeSomeCrime in Köln

Als ich bei Facebook erfuhr, dass ein Workshop mit YouTube-Star Forsythe alias TakeSomeCrime in Köln stattfinden wird, war ich plötzlich aufgeregt. Da musste ich dabei sein! Den Anfang des Fiebers brachte – wie bei den  meisten Anhängern – das Video zu Parov Stelar’s „Catgroove“. Seit ich vor etwa einem Jahr das Video zum ersten Mal gesehen habe bin ich infiziert. Bereits beim ersten Anschauen entbrannte in mir der Wunsch auch so tanzen zu können. Weitere immer ausgefallenere Tanzvideos folgten und vertieften den Wunsch. Veronica Gerritzen – selbst Tänzerin, Choreographin und Organisatorin von mehreren Workshops in der Vergangenheit –  hat diesen nun realisiert.

Auf die Frage hin, wie es dazu kam, antwortet sie: „Einen ganz gewöhnlichen Workshop kann jeder veranstalten, ich wollte das Besondere! Ein Bekannter brachte mich auf die Idee, denn er wünschte sich, „so tanzen zu lernen wie TakeSomeCrime“. Genau dieser eigene Style vonTakeSomeCrime ist es, der die Leute begeistert. Gerritzen erklärt: „Die Kombination der klassischen Charlestonelemente mit der modernen Interpretation und der modernen Musik macht das Ganze so spannend. „Normales“ Charleston ist bei genauer Gegenüberstellung eher etwas langweilig.“

Nachdem es in Deutschland kaum vergleichbare Tänzer gibt, beschloss Gerritzen, den in Australien lebenden Kanadier einfach anzuschreiben und zu engagieren. Mit Erfolg, der eher schüchterne YouTube-Star sagte direkt zu – ein Tag später stand die Homepage und binnen eines Monats das Event.

Kurz zu den Fakten: Mit über 14 Millionen Klicks und mittlerweile 190 hochgeladenen YouTube-Videos ist TakeSomeCrime längst kein Unbekannter mehr. Sein eigenwilliger Tanzstil entstand ursprünglich aus Karate und dem Wunsch, „die Kamera des Vaters zu testen“. Was folgte, war ein regelrechter Hype.TakeSomeCrime vereint den Kampfstil mit Elementen aus diversen Tanzstilen, darunter auch Hip Hop, Rock und eben Charleston. „Criming“ nennt sich dieses Mischen. Natürlich hatTakeSomeCrime alles selbst entwickelt und autodidaktisch erlernt. „Wenn Du Deine Beine nach außen und innen drehst, dabei Haltung bewahrst und Ausstrahlung zeigst, ist das eigentlich schon Tanzen.“, so Forsythe. Die Location in den Videos bestand zunächst aus einem einfachen Raum mit Holzwänden, Kunstrasen und einem kleinen Fenster. „Der ursprüngliche Raum war unser Keller. Zwischenzeitlich wohne ich in Australien, wo wir die Kulisse genau nachgebaut haben.“

Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an, als der so oft am Bildschirm Bewunderte dann live vor einem steht. Als ob er direkt aus dem Computer entsprungen ist. Der Kölner ist sein erster Workshop überhaupt und somit ein historischer Moment. Nach einer kurzen, einleitenden Moderation und einem wundervollen Gesangspart der Sängerin Lilian Lito geht es los.TakeSomeCrime entschuldigt sich augenzwinkernd, dass er das Sprechen beim Tanzen erst üben müsse, da er ja sonst in seinen Videos kein Wort sagt. Er wirkt eher aufgeregt und schüchtern als „starlike“, erklärt geduldig die Choreographien Schritt für Schritt. Während wir rund 20 Teilnehmer die komplizierten Sprünge und Schrittfolgen – welche bei ihm so leicht aussehen – wieder und wieder nachzuahmen versuchen, läuft er durch die Reihen und gibt kleine Verbesserungstipps. Zwischendrin wiederholt er, dass all diese Schritte Übung benötigen und nur am Anfang schwierig sind. Das macht Mut. Und tatsächlich: Nach und nach sehen unsere Schritte seinen wirklich ähnlich. Bis zum Ende des ca. 2 Stunden dauernden Unterrichts haben wir es geschafft, eine Choreographie zu erlernen, die sogar beinahe synchron ist.

Erschöpft aber stolz genehmige ich mir ein Stück Pizza, der gemütliche Teil des Abends beginnt.TakeSomeCrime plaudert mit uns Teilnehmern, als wären wir alte Bekannte. Er wirkt mehr wie ein Tanzlehrer als wie ein YouTube-Star – was ihn direkt noch sympathischer macht.

Der ganze Workshop war mehr als gelungen, erschöpft und glücklich verlasse ich die Veranstaltung, um daheim direkt nochmal alles zu wiederholen. Für diejenigen, die den Workshop verpasst haben: Veronica Gerritzen möchte möglicherweise in der Zukunft weitere vergleichbare Workshops anbieten.

Erzähle Deinen Freunden davon

PinIt

About Eleni Hoh

Eleni Hoh, 25 Jahre alt und leidenschaftliche Tänzerin, freut sich an dieser Stelle ihr zweitliebstes Hobby, das Schreiben, mit dem Tanzen verbinden zu können.

5 thoughts on “Wenn YouTube zur Realität wird – Tanz-Event mit TakeSomeCrime in Köln

  1. Markus

    Hey,

    super Idee und super Veranstaltung! Besonders die Idee, den Workshop zum Event werden zu lassen finde ich super.

    Weiter so!

    Reply
  2. Pingback: VIDEO zum Charleston Tanz-Workshop ist DRAUßEN | Dancement

  3. Pingback: Die neue Tanz-App Trance ist da! | Dancement

  4. Pingback: The new dance app Trance is released! | Dancement

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers