Tänzerische Früherziehung – für das Wohl Deines Kindes!

Über Sinn und Unsinn von frühkindlichen Fördermaßnahmen lässt sich bekanntlich streiten. Zweifellos kannst Du Dir hin und wieder ein Schmunzeln, ja sogar ein herzhaftes Lachen, kaum verkneifen. Wenn Kleinkinder zum Chinesisch-Kurs geschickt werden oder Mütter mit Säuglingen auf dem Schoß in einem Kreis auf dem Boden sitzen und klassische Musik hören, damit das die musikalischen Fähigkeiten des Kindes steigert, hat das schon eine gewisse Komik.

Gewiss gibt es für alles Vor- und Nachteile. Eine Regel solltest Du aber nie außer Acht lassen: Kinder lernen am Besten das, was ihr Interesse weckt. Kinder lernen aber auch für die Eltern. Wenn Du als Elternteil möchtest, dass Dein Kind Chinesisch lernt, dann wird es das auch tun. Zweifellos solltest Du aber darauf achten, dass Dein Kind mit all diesen mannigfaltigen Kursangeboten nicht überfordert wird. Insofern solltest Du nicht gleich jedes Kursangebot in Anspruch nehmen und darauf achten, dass alles zu seiner Zeit passiert.

Eine interessante frühkindliche Förderung ist die tänzerische Früherziehung. Sie passt perfekt für ein Kind ab 2 Jahren. In dieser Zeit der Entwicklung eines Kleinkindes steht nämlich Motorik, soziales Zusammenleben und Bewegung auf der Agenda. Und genau darum geht es bei der tänzerischen Früherziehung. Sie ist also keineswegs als reiner Einstieg in eine tänzerische Profilaufbahn gedacht. Auch soll das Ziel nicht sein, dass man ein paar Jahre später bei Dieter Bohlen in einer Casting-Show alle anderen in den Sack steckt. Es geht vorerst um das Lernen.

Ich selbst hatte das Glück, dass meine Mutter mir tänzerische Früherziehung ermöglicht hat und mich zum Ballettunterricht gebracht hat. Das war von mütterlicher Seite wirklich sehr gut mich so früh zum Ballett zu schicken. Das war schon ein Wegbereiter für meine heutige Leidenschaft zum Tanz. Allerdings kann ich mich noch gut daran erinnern, dass meine Ballettlehrerinnen nicht immer sehr geschickt waren im Umgang mit uns Kindern und ich damals eine Phase hatte in der ich nicht gerne zum Ballettunterricht gegangen bin. Aus den Erfahrungen heraus weiß ich, dass dort viel falsch gemacht werden kann und möchte mit diesem Artikel darauf hinweisen, dass das frühe Kindesalter sehr prägt und eine Mutter das Ballettstudio sorgfältig aussuchen sollte. Kinder können leicht verunsichert werden und bei falschen Maßnahmen ihren Spaß am Tanz, und vielleicht allgemein an Bewegung, für immer verlieren. Ich war stark genug und habe mich von den Unannehmlichkeiten die mir widerfahren sind, nicht vom Tanz abbringen lassen und wünsche mir aber, dass andere Kinder nicht solch schlechte Erfahrungen machen müssen und gute Ballettpädagogen erwischen. Deshalb meine Message an Dich: Achte darauf, dass Dein Kind in guten Händen ist, suche das Ballettstudio gut aus und höre auf Dein Kind, wenn es vom Unterricht berichtet und wechsle gegebenenfalls das Studio!

Was ist tänzerische Früherziehung?

Aber nun genauer: Bei der tänzerischen Früherziehung werden alle Bewegungen eines Kleinkindes berücksichtigt. Dazu zählen zum Beispiel: Hüpfen, Drehen, Springen, Federn und Rennen. Insofern ergänzt sie perfekt die Dinge, welche in diesem Zeitraum sowieso vom Kleinkind erlernt werden. Spielerisch und mit Hilfe von Geschichten werden diese Tanzübungen einstudiert, wobei natürlich immer Spaß und Spiel im Vordergrund stehen sollte! Hierbei werden Körperhaltung, Koordination und Beweglichkeit geübt. Alles in Allem bekommen Kinder ein Gefühl für den eigenen Körper.

Und was ist der Nutzen einer tänzerischen Früherziehung?

Hier sind die Stärkung der Muskulatur und die Erhöhung der Fitness zu nennen. Traurig aber wahr: „Deutsche Kinder werden immer fetter!!!“. Und hier benutzte ich mit Absicht das Wort „fett“. An „dick“ scheinen wir uns nämlich schon gewöhnt zu haben. „Fett“ hingegen wirkt, zumindest bei mir, alarmierender, ekelhafter und ganz einfach mehr den Tatsachen entsprechend. Die Nachricht, dass vor allem Kleinkinder zu fett sind, kann man immer wieder in den Medien hören, und es ist eigentlich logisch, woran das liegt. Natürlich liegt das zum Teil an schlechter Ernährung, es liegt aber auch mindestens zum Teil an zu wenig Bewegung. Kinder werden mit dem Auto in den Kindergarten gefahren, sitzen den ganzen Tag vor der Glotze oder Spielen irgendwelche Spiele am Computer. Der Gipfel der Ironie ist es dann, wenn sie am Computer Sportspiele spielen. An Fitness gewinnt hier maximal die Hand, mit der der Joystick bewegt wird.

Hingegen wird bei der tänzerischen Früherziehung Wert auf Bewegung gelegt, und zwar auf Bewegung die Spaß macht. Gleichgewichtssinn und Koordinationsfähigkeit werden geschult. Rhythmik, Musikalität und Dynamik haben auch ihren Platz. Außerdem, und das ist extrem wichtig, kommt die soziale Komponente in einer Gruppe nicht zu kurz. Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist, Akzeptanz und Integration von anderen Gruppenmitgliedern sind Dinge, welche Kinder später im Leben alle brauchen. Die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis werden beim Erlernen der Tänze geschult. Und nicht zuletzt führt es dazu, dass Disziplin erlernt und die Phantasie der Kinder angeregt wird. Durch die Verbindung der kleinen Tänze und Bewegungsabläufe mit Musik wird zudem das musikalische Gehör geschult.

Aber das Wichtigste ist: Die Kleinen gehen am Ende mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein nach Hause. Denn wenn es alles geschafft hat, noch dazu seinen Spaß hat und von der Bewegung müde geworden ist, wird es nur von positiven Gefühlen dominiert. Selbst die Eltern haben was davon: Ein müdes Kind schläft abends gut ein!

Was ist bei tänzerischer Früherziehung zu beachten?

Es sollte viel Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen und möglichst kein Leistungsdruck entstehen, damit der Spaß am Tanz nicht verloren geht. Das geht bei kleinen Kindern schneller als Du denkst. Achte als Mutter oder Vater darauf, wenn Du Dir einen Unterricht anschaust, dass nicht immer nur neue Dinge erlernt werden, sondern die Stunden auf bekannten Abläufen aufbauen. Denn damit bauen die Kinder Sicherheit auf.

Nun gibt es bekanntlich ein vielfältiges Angebot an frühkindlichen Fördermaßnahmen. Der tänzerischen Früherziehung kommt wohl die sportliche Früherziehung am nächsten. Jetzt kannst Du Dir als Elternteil die Frage stellen: Was ist besser – sportlich oder tänzerisch?

Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Zweifellos gibt es eine bestimmte Schnittmenge, bei der beide Konzepte das Gleiche bewirken wollen. Dies betrifft Koordination, Fitness, Muskelaufbau, Motivation, Schulung des Gedächtnisses, Konzentrationsfähigkeit und vieles mehr:

Aber wo liegen die Unterschiede?

Meines Erachtens liegen die Unterschiede beispielsweise darin, dass die musikalische Komponente bei der sportlichen Früherziehung fehlt. Hingegen wird wahrscheinlich die soziale Komponente bei der sportlichen Früherziehung etwas größer geschrieben. Hier erfordern die  Mannschaftssportarten eine intensivere und effizientere Kooperation untereinander. Unter dem Strich kann man sagen, dass sich beide Konzepte sehr ähnlich sind, unter Berücksichtigung der zwei genannten Aspekte.

Was solltest Du als Elternteil also tun? Im Endeffekt ist es Geschmackssache. Möchtest Du einen Schwerpunkt auf Musikalität legen, nimmst Du einfach die tänzerische Früherziehung. Möchtest Du den Fokus mehr auf die soziale Komponente legen, kannst Du Dich für die sportliche Früherziehung entscheiden.

Aber ganz egal für welche der beiden Varianten Du Dich entscheidest, denke immer daran: Nicht unbedingt das Kind mit dem Auto zur Früherziehung zu fahren.

Fazit

Meine Leidenschaft liegt definitiv beim Tanz daher empfehle ich für Dein Kind unbedingt die tänzerische Früherziehung. Aus meinen Kindes- und Jugendtagen weiß ich aber auch, dass andere Sportarten mir ebenfalls viel Spaß gemacht haben und ich immer gerne Tennis gespielt habe und immer noch gerne spiele. Sollte es Dir für Dein Kind also möglich sein, so schicke Dein Kind zum Tanz und zum Sport. Später kann Dein Kind immer noch selbst entscheiden, wo es den Schwerpunkt legen möchte. Tue mir aber bitte den Gefallen und unterstütze die Entscheidung Deines Kindes. Hat sich Dein Kind für Tanz entschieden und möchte vielleicht sogar Profitänzer werden, so verwehre Deinem Kind nicht diesen Weg, nur weil es nicht Deine Wahl gewesen wäre.

Je früher ein Kind mit tanzen beginnt, desto besser! Selbst wenn sich später herauskristallisiert, dass Dein Kind kein Profitänzer werden möchte, ist Tanz wichtig für die Entwicklung. Das Tanzen stärkt das Selbstbewusstsein und das ist wichtig für ein sicheres Auftreten bei Präsentationen in der Schule oder später im Beruf.

Viel Spaß und Erfolg beim Auswählen!

Deine Veronica

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2 thoughts on “Tänzerische Früherziehung – für das Wohl Deines Kindes!

  1. Thomas

    Hallo Veronica,

    dein Artikel hat mir sehr gut gefallen!
    Bisher hatte ich immer musikalische Früherziehung für meine Kinder im Hinterkopf, weil ich auch daran glaube, dass viel im Kindesalter „entschieden“ wird. An „Talent“ glaube ich nicht. Dein Input zum Thema tänzerische Frühausbildung hat mir sehr gut gefallen, weil es für mich ein komplett neues Thema ist und mir die sportliche Komponente daran gut gefällt!
    Also, danke und ich freue mich auf weitere Beiträge von dir!
    Thomas

    Reply
  2. Veronica Gerritzen Post author

    Hi Thomas,

    vielen lieben Dank für Deinen Kommentar und das positive Feedback! Freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt und Dich meine Schilderung der Dinge weiterbringt. 🙂

    Der Vorteil an tänzerischer Früherziehung ist wirklich, dass das musikalische Gehör ebenfalls geschult wird. Ein zusätzlicher musikalischer Unterricht ist natürlich auch empfehlenswert, sofern das Kind Interesse daran zeigt.

    Dank Dir und liebe Grüße

    Veronica

    Reply

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