Calisthenics – Die neue Trendsportart

Immer mehr Leute rennen ins Fitnessstudio um fit zu bleiben und mit den Gewichten zu trainieren. Sie vergessen dabei völlig, dass das eigene Körpergewicht je nach gesetztem Ziel bereits zum Training ausreicht. Als Tänzerin bin ich eine Verfechterin davon, mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren. In den letzten Wochen bin ich dann zufällig auf eine neue Trendsportart gestoßen: Die Calisthenics. Bei dieser Sportart wird ebenfalls nur das eigene Körpergewicht genutzt.

Was ist Calisthenics?

Unter Calisthenics versteht man eine Reihe von Übungen, die oft einfache und rhythmische Bewegungen beinhalten. Außerdem wird, wie schon gesagt, lediglich das eigene Körpergewicht genutzt. Also werden Trainingsgeräte und Zubehör nicht benötigt.

Ziel von Calisthenics ist, dass Kraft, Beweglichkeit und Kontrolle des Körpers verbessert werden. Du kannst diese Sportart also dazu nutzen Muskeln aufzubauen, die Koordination zu steigern oder das Herz-Kreislauf-System zu verbessern. Diesbezüglich ist Calisthenics auch für Tänzer gut, denn ein gut trainierter Körper ist dabei keinesfalls von Nachteil.

Woher kommt Calisthenics?

Der Trend kommt, wie so viele dieser Sportarten, aus den USA. Den Anfang nahm es in New York. Die Fitnessstudios verlieren dort seit Jahren an Bedeutung. An die Stelle der Fitnessstudios treten zunehmend Sportparks, die in den USA schon seit einiger Zeit vorhanden sind. Vorteil ist, dass Du bei Calisthenics an der frischen Luft bist und keine Clubgebühren bezahlen musst. Zweifellos spielt hierbei auch der in New York seit einiger Zeit zu beobachtende Bio- und Gesundheits-Boom eine Rolle.

Wie sehen die Calisthenics Übungen aus?

  • Klimmzüge (Pull Ups): Diese kannst Du beispielsweise an einer Metallstange ausführen, welche Du häufig auf Spielplätzen findest.
  • Barrenstütz (Dips): Dabei ziehst Du Dich nicht wie bei Klimmzügen hoch, sondern drückst Dich von einem Geländer mit den Armen nach oben. Hierzu brauchst Du einen Barren, ein Klettergerüst oder einfach ein Geländer. Du kannst die Übung noch mit einem Terraband verfeinern, welches Du mit Deinen Händen am Geländer festhältst und mit Deinen Beinen während der Übung runter drückst. Schwieriger ist es allerdings, wenn Du die Beine gestreckt lässt und kein Terraband verwendest.
  • Liegestütze (Push Ups): Kennt normalerweise jeder, kannst Du auch sehr einfach zu Hause machen.
  • Handstand: Einen Handstand kannst Du frei oder an der Wand machen, den Du 50 bis 60 Sekunden halten solltest.
  • Beinheben (Leg Raises): Du hängst Dich, wie bei den Klimmzügen, an eine Stange. Dann ziehst Du die Knie immer wieder zu Dir hoch. Wenn Du Die Übung erschweren möchtest, ziehst Du Deine gestreckten Beine hoch.
  • Burpees (dafür gibt es keine deutsche Übersetzung.): Du gehst in die Position für eine Liegestütze, dann stehst Du auf und springst senkrecht mit nach oben ausgestreckten Armen in die Luft und gehst wieder in die Liegestütz-Position.
  • Supermans: Du liegst mit dem Bauch auf dem Boden und hebst Deine Arme und Beine gleichzeitig hoch, wobei die Arme leicht angewinkelt sind. Diese Übung wird auch bei manchen Tanztrainings zum Aufwärmen gemacht.
  • Skin The Cat: Du hängst mit Deinem Körper an einer Stange, hebst Deine Beine vorne an und bewegst sie, wie bei einer Rolle rückwärts, zwischen Deinem Körper und der Stange hindurch. Danach wieder den gleichen Weg mit Deinen Beinen zurück. Selbstverständlich darfst Du dabei die Stange nicht loslassen.
  • Reverse Leg Lifts: Du legst Dich mit dem Oberkörper auf eine Mauer. Du hältst Dich mit Deinen Armen und Händen fest. Da nur der Oberkörper aufliegt, kannst Du nun Deine Beine in die Waagerechte bringen und wieder ablassen.

Das sind erst mal ein paar ausgewählte Basic Übungen aus dem Repertoire von Calisthenics, die meistens langsam ausgeführt werden. Später wird das Tempo erhöht und es entstehen spannende Bewegungsabläufe daraus.

Wichtig bei den Calisthenics Übungen ist, dass Du jede Kombination in drei Sets wiederholst. Eine Kombination ist zum Beispiel „Skin the cat“ und „Dips“. Du solltest zwischen den Kombinationen immer eine Minute Pause einlegen. Außerdem solltest Du immer nur 80-90% Deiner maximalen Wiederholungen tatsächlich ausführen. Wenn Dir beispielsweise bekannt ist, dass Du 20 Liegestützen wiederholen kannst, solltest Du pro Set nur 16 bis 18 Liegestützen am Stück machen und das dann wie gesagt drei Mal. Um einen möglichst positiven Effekt auf Deine Fitness zu erzielen, trainiere drei Mal pro Woche.

Was hat Calisthenics mit Tanz zu tun?

Das ist eine berechtigte Frage, denn dies ist ja schließlich ein Blog für Tanz. Ist aber ganz einfach: Das Geheimnis sind die rhythmischen Bewegungen, die in den Übungen von Calisthenics enthalten sind.

Vor allem Breakdancer und Hip Hopper kombinieren Übungen aus Calisthenics mit ihren Übungen und fügen noch eigene Bewegungen hinzu. Außerdem wurden Übungen aus dem Freerun und dem Turnen ergänzt.

Auf diese Art und Weise war praktisch eine moderne Form der Calisthenics geboren. Diese moderne Form entwickelte sich schnell fort, und jetzt gibt es sogar schon eine Weltmeisterschaft darin: Die Weltmeisterschaft für Calisthenics/Street Workout fand 2011 das erste Mal statt und wird nun jedes Jahr wiederholt.

Fazit

Calisthenics sind auch für Tänzer gut, weil sie rhythmische Bewegungen beinhalten, womit essentielle Dinge für den Tanz verbessert werden können. Denke aber immer daran, dass Du Dich danach genügend dehnst. Damit streckst Du Deine Muskeln und Bänder und förderst die Beweglichkeit, weil Du dem Verkürzen der Muskeln entgegen wirkst. Besonders für den Spagat ist das wichtig.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Deine Veronica

P.S.: Wie findest Du Calisthenics? Ist Calisthenics für Dich im Sommer eine Alternative zu Fitnessstudios? Hast Du schon Tanzmoves am Gerüst entwickelt? Ich freue mich über jeden Kommentar zu Deinen Erfahrungen!

Bildquelle

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